Meine Reise ging natürlich weiter nach der Ankunft in Bandaneira. Ich war aber die letzten Monate so mit dem Reisen und … beschäftigt, dass ich überhaupt nicht zum Schreiben kam.

Wilde Wolkenformation zum Sonnenuntergang auf den Bandas

Eine Insel für mich alleine-Irgendwo auf den Molukken

Reise durch die Unterwasserwelt der Molukken

Mit meinen neuen Freunden, den Schweizern, kam ich doch sehr angeheitert auf den Banda-Inseln an und wollte so schnell wie möglich auf eine der ruhigeren Inseln. Unser Plan war nach Pulau Hatta zu reisen. Aber die Indonesier konnten uns keine wirklich überzeugende  Auskunft geben, ob es ein Boot gibt oder erst am nächsten Tag. Die Einen waren der festen Überzeugung das ein Boot gegen 11 Uhr fährt und die Anderen behaupteten fest das es kein Boot gibt. Ich hatte für den Fall das es kein Boot gibt beschlossen nach Pulau Ay zu fahren, da dies sicher war. Meine Bootsfreunde von Ay, allen voran mein Trinkerfreund der Kapitän, begrüßten mich herzlich. Es war mir schon fast zu viel Aufmerksamkeit, da der ganze Hafen bei der lautstarken Begrüßung nach mir schaute. Ich habe mich aber riesig gefreut das es Leute gibt die mich nicht vergessen haben. Da wir sowieso noch einige Stunden, es war gerade einmal 8 Uhr morgens, Zeit hatten, ließen wir uns im Vita-Guest House in Hafennähe nieder. Dort war es ruhig, es gab Bier und man hatte einen guten Blick auf den Hafen. Es dauerte dann auch nicht lange und wir bekamen Gesellschaft von einer Bootscrew aus Hatta. Somit war unser Transport-Problem sehr schnell gelöst.

Seestern hat sich verirrt

Aber diese waren scheinbar schon seit einiger Zeit am Trinken und uns war nicht wohl mit einer betrunkenen Crew zufahren. Wir waren zwar auch schön betrunken aber wir sind ja auch nur die Passagiere. Mit 11 Uhr wurde das dann auch nix-einmal am Trinken schien kein Ende in Sicht. Irgendwann am Nachmittag ging es dann doch noch los. Zum Glück war das Meer so ruhig wie selten und so konnte eigentlich nix schief gehen. Normalerweise wäre ich nie in dieses Boot gestiegen. Immerhin sollten dann alle gut in das Boot kommen und schon waren wir auf dem Weg. Die Fahrt war schon schräg und der Kapitän hatte nicht wirklich alles im Griff, aber wir erreichten unser Ziel trocken. Wir landeten direkt am schönen Beach vom Kampung Lama und waren froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Mein erster Blick auf den Beach des kleinen Dorfes überraschte mich ein wenig. Hier hat sich viel getan in den letzten Jahren. Mittlerweile stehen da einige schöne Bungalows direkt am Strand. Wenn ich an meinen ersten Besuch vor 6-7 Jahren zurück denke, da gab es auf der ganzen Insel keine Unterkünfte. Ich habe damals ein Bett im Haus einer einheimischen Familie bekommen. Schon bei meinem letzten Besuch vor zwei Jahren gab es ein paar kleine Homestays. Aber jetzt gibt es eine ganze Reihe schicker Bungalows und ich beschließe erst mal die neuen Plätze zu erkunden. Ich hatte ja eigentlich schon einen Plan wo ich wohnen will. Mein Ziel war Sarahs Homestay, der besten Köchin von Hatta-Island oder auch den ganzen Bandas. Hier hatte ich eine tolle Zeit bei meinem letzten Besuch verbracht. Wie ich mit Freude feststellen sollte, hat sie mittlerweile auch zwei Bungalows vor ihrem Haus und gefühlt direkt über dem Meer. Leider sollte ich weder sie noch ihre Familie antreffen. Das Haus und die Bungalows waren offen und nur ihre Hühner und Katzen waren im Haus. Ich wartete lange Zeit, bevor ich mich entschloss einen anderen Platz zum Schlafen zu suchen. Ich landete am Ende im Guest House von Sopian. Sein Haus gab es schon bei meinem letzten Besuch und wurde durch ein paar Bungalows erweitert. Hier wohnten meine Schweizer Freunde und es ist ein empfehlenswerter Platz. Mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages ging es dann endlich in die fantastische Banda-Sea. Die wilden letzten Reisetage ließ ich dann mit den Schweizern bei ein paar Bier ausklingen.

Beach vor meiner Hütte auf Hatta

Sunset färbt das Meer

Am nächsten Morgen führte mich mein erster Weg direkt zu Sarahs Haus und sie war zu Hause. Es war ein herzliches Wiedersehen, sie erkannte mich sofort, und wir hatten uns viel zu erzählen. Sie berichtete von meinen damaligen Reisegefährten, die wieder zu Besuch waren. Ganz stolz war sie auf ihre zwei neuen Bungalows. Ich konnte dann gleich in eine ihrer schönen neuen Hütten einziehen. Endlich war ich richtig angekommen auf den Bandas. Meine Terrasse nur wenige Meter vom Meer entfernt war perfekt und ich sollte hier in den nächsten Tagen viel Zeit verbringen. Das Essen war wie immer der Wahnsinn bei Sarah. Jeden Tag drei Mahlzeiten vom Feinsten mit viel Fisch und Gemüse in den verschiedensten Variationen, dazu immer wieder kleine Snacks zwischendurch sollten das kulinarische Highlight der Bandas werden. Obwohl ich die ersten drei Tagen der einzige Gast war, betrieb sie einen riesigen Aufwand für das Essen. Sarah ist einfach glücklich wenn man ihr Essen liebt. Bei meinem letzten Besuch verzichtete man wegen ihrem Essen auf viel Komfort beim Wohnen. Es gab nur ein paar sehr einfache kleine Zimmer in ihrem Haus mit einem Gemeinschaftsbad. Aber diesmal stimmte einfach alles.
Die nächsten Tage verbrachte ich die meiste Zeit im Wasser am fantastischen Riff direkt vor der Haustür. Das Wetter sollte leider sehr wechselhaft in den ersten Tagen sein. Ich bekam auch Sonne und blauen Himmel zu Gesicht aber es gab einige kurze aber dafür umso heftigere Schauer und zu viele grau-schwarze Wolken zu sehen.

Dunkle Wolken ziehen vor Hatta auf

Wenn es regnet dann aber richtig

Deshalb war das Meer sehr wild und somit auch die Sichtverhältnisse unter Wasser eher bescheiden. Das hatte ich schon besser hier an diesem Platz erlebt. Trotzdem war es fantastisch. Die Unterwasserwelt ist hier vor Hatta-Island und generell auf den Bandas einfach nur grandios. So fischreich und vielfältig das man das Riff bzw. das Meer gar nicht verlassen will.

Reise durch die Unterwasserwelt der Molukken

Ich musste bei einigen der wilden Stürme in den Tagen an unsere Überfahrt mit der komplett dichten Crew denken. So ruhig wie an diesem Tag sollte das sollte das Meer leider nicht wieder sein.
Ansonsten verbrachte ich viel Zeit mit dem Schweizern. Wir hatten viel Spaß bei guten Gesprächen und manchmal zu viel Bier. Das Bier war zwar teuer und meist nicht wirklich kalt aber das sollte uns nicht stören. Wir genossen die wunderschöne Natur vor unserer Haustür und im Meer. Zum Beispiel lebte ein Kuskus direkt in einem Baum vor dem Bungalow der Schweizer. Kuskus sind Beuteltiere, die in Bäumen leben und sehr träge wirken. Ich habe sie schon öfter gesehen aber leider meist in Käfigen oder erjagt. Sie werden meist wegen ihrem Fleisch gejagt und sind zum Teil vom Aussterben bedroht. Sie sind eigentlich sehr scheu, aber dieser hier saß über Tage gefühlt immer an der gleichen Stelle. Einfach schöne Tiere.

Kuskus versteckt sich auf einem Baum

Nach ein paar Tagen sollte ich Abschied von Hatta nehmen. Ich hatte noch einiges in anderen Regionen der Molukken vor. Aber zuerst wollte ich Freunde auf Ay-Island besuchen. Dies ist meine eigentlich Lieblingsinsel der Bandas, obwohl Hatta in den letzten Jahren einige Pluspunkte gesammelt hat. Vor allem Sarah und ihr Mann und auch die Schweizer wollten mich zu einem längeren Aufenthalt überreden, aber ich hatte mich schon vor der Überfahrt nach Hatta auf Ay verabredet. Da gerade wieder Muskatnuss-Saison war, bekam ich von Sarah noch einen gefühlten Sack voll Nüsse und Blüten zum Abschied. So ging es für mich morgens zuerst nach Bandaneira in die „Hauptstadt“ der Bandas.
Im Hafen traf ich meine Bootsfreunde von Ay und konnte schon mein Gepäck auf dem Boot verstauen. Da noch viel Zeit war ging ich zuerst zum Pelnibüro um mich über die nächsten Bootsverbindungen zu informieren. Da in sechs Tagen ein Schiff nach Ambon fahren sollte, kaufte ich mir direkt ein Ticket. Noch einmal so viel Action um auf ein überbuchtes Boot zu kommen wollte ich nicht haben. So entging ich auch der Versuchung zu lange auf den Bandas festzuhängen.
Um die Mittagszeit hatte ich dann mit meinen Bootsfreunden eine lustige Überfahrt nach Ay. Mit dem Kapitän sollte ich mich dann gleich für den späten Nachmittag verabreden.

Blick auf den Hausvulkan der Bandas

Sunset auf Ay

Am kleinen Pier empfing mich dann mein alter Freund Mohammad, in dessen GreenPeace Guest House ich wie immer wohnen sollte. Er hatte meine SMS von letzter Woche erhalten und mir das beste Zimmer reserviert. Hier auf Ay hat man mittlerweile im Gegensatz zu Hatta guten Handyempfang. Meiner Meinung nach ein Minuspunkt für die Insel. Unser Wiedersehen war schön aber leider sollte sein Sohn Eka nicht mehr hier leben. Eka, ein guter Freund, lebt mittlerweile in Papua und ist dort auf einer Polizeischule. Naja.
Auf Ay war nicht so viel los wie auf Hatta. Im GreenPeace gab es noch vier andere Reisende und das war es schon fast für die Insel. Das ist in meinen Augen auch gut so. Am Nachmittag traf ich mich dann mit dem Kapitän für eine kleine Tour auf der Insel. Mit dem verrückten Kapitän folgte natürlich eine wilde Sauferei bei einigen guten Bekannten, sodass ich in den nächsten Tagen versuchte ihm aus dem Weg zu gehen.
Das Wetter sollte hier im Gegensatz zur letzten Woche auf Hatta nahezu perfekt sein. So verbrachte ich täglich einige Stunden beim Schnorcheln und Schwimmen in der Bandasee. Die Unterwasserwelt ist fantastisch und irgendwie gibt es immer wieder neues Leben zu entdecken.

Riesige Kenari-Bäume

Ich verbrachte viel Zeit mit schönen Wanderungen an den Stränden, durch die vielen Gärten und die Kenari-und Muskatnuss-Wälder. Ich konnte auch wieder in Mohammads Garten Muskatnüsse pflücken, obwohl ich ja eigentlich mittlerweile schon genug hatte. Außerdem lernte ich im Guest House ein paar interessante Reisende kennen. Mit einem australisch-englischem Paar hing ich immer wieder in stundenlangen Gesprächen fest. Wir hatten schon so viele Plätze in den verschiedensten Ländern und zum Teil zur selben Zeit (teilweise 15-20 Jahre zurück) besucht und hier sollten wir uns dann endlich treffen. Mit denen halte ich auch weiterhin Kontakt. Wie es der Zufall dann so will, traf ich dann hier an meinem dritten Tag die Berliner wieder mit denen ich schon im Osten von Java abgehangen habe. Die Tage auf Ay sollten leider wie im Flug vergehen und es hieß Abschied nehmen.

Sunrise auf den Bandas

Sunset auf Banda Ay

Eines Morgens fuhr ich dann mit meinen Bootsfreunden zurück nach Bandaneira. Hier stand dann auch schon das große Pelniboot nach Ambon im Hafen. Das Boot war zu meiner Überraschung halbleer und vor allem in der Cafeteria auf dem obersten Deck gab es viel Platz. Es gab jede Menge Touristen an Bord. Diese sind mir weder auf Ay noch auf Hatta begegnet. Wahrscheinlich haben sie die meisten Tage in Bandaneira verbracht. Das ist gut für die anderen Inseln.
Dann schlägt der Zufall mal wieder zu. Mit einem Mal steht ein Typ vor mir und wir beide überlegen kurz: Woher kennen wir uns? Es ist der Österreicher mit dem ich vor ein paar Jahren auf den Key-Inseln eine Woche zusammen gereist bin. Das ist witzig. Wir haben uns viel zu erzählen und dann stellt er mir seine Begleitung vor. Er reist mit seiner Mutter in dieser Inselwelt herum. Das finde ich cool. So habe ich für die acht Stunden Fahrt nette Gesellschaft. Wir sollten uns dann auch in Ambon mehrfach zum Essen treffen.

Moschee in Ambon

In Ambon ging ich die folgenden zwei Tage auf die Suche nach Bootsverbindungen zu den Bacan-Inseln. Auf dieser Inselgruppe gibt es die in Indonesien sehr beliebten Bacan-Schmucksteine. Dies sind Edel-Steine in verschiedensten Farbtönen. Die Minen dieser Steine auf der Insel Kasiruta sollten eigentlich mein nächstes Ziel sein. Aber ich hatte nicht viel Glück auf der Suche nach Schiffen. Ich hätte bis zur Obi-Insel ein Boot bekommen, dies wäre aber nur etwas mehr als der halbe Weg gewesen. Wie ich dann von dort weiter kommen sollte, konnte mir leider keiner sagen. Später sollte ich erfahren, dass es sehr einfach ist von Obi auf die Bacan-Inseln zu kommen.

Auf dem Weg nach Ternate

Irgendwo über den Gewürzinseln

So sollte ich meine Pläne ändern und einen Flug nach Ternate buchen. Die Bacan-Inseln gehören zu den Nordmolukken und Ternate, die größte Stadt ist so etwas wie der Verkehrsknotenpunkt des Nordens. Die Insel und auch gleichnamigen Stadt Ternate war ein ehemals bedeutendes Sultanat, ebenso wie das Sultanat Tidore auf seiner Nachbarinsel. Sie waren schwer umkämpft von den europäischen Kolonialmächten. Jeder wollte das Monopol auf den Handel mit den seltenen Gewürzen. Vor allem die Gewürznelken gab es zu dieser Zeit, ca. ab dem 16. Jahrhundert, nur auf den Inseln dieser Region. Aufgrund ihres Handels konnten die Sultanate weite Regionen im Osten des heutigen Indonesiens beherrschen. Ich war schon einmal vor einigen Jahren auf Ternate und Tidore. Diese relativ kleinen Inseln sind mir wegen Ihrer fast perfekt geformten Vulkane und den vielen alten Forts, die die frühere Bedeutung wieder spiegeln, in Erinnerung geblieben.

Moschee auf Ternate

Markt auf Ternate

Demonstration auf Ternate für die Unabhängigkeit von West-Papua

Perfekte Vulkane vor Ternate

So landete ich an einem Nachmittag in Ternate und sollte lange nach einem preisgünstigen Hotel suchen. Entweder waren die Hotels zu teuer oder einfach voll. Da lief mir dann ein alter chinesischer Indonesier über den Weg. Dieser schleppte mich dann in sein Hotel und ich sollte sein Gast werden.
In den zwei Tagen in der Stadt erkundigte ich mich über die verschiedensten Bootsverbindungen. Es sollte kein Problem sein von hier auf die Bacan-Inseln zu kommen. Täglich gibt es eine Nachtfähre auf die Hauptinsel und von dort verschiedenste Boote auf die Nachbarinseln.
Aber ich änderte mal wieder meine Pläne und beschloss zuerst nach Halmahera, die größte Insel der Molukken, zu fahren. Diese Insel mit ihrer seltsamen Form aus vier bergigen Halbinseln, einigen Vulkanen und unzähligen vorgelagerten kleinen Inseln schien mir eine Reise wert zu sein. Sie ist sehr dünn besiedelt und eine Infrastruktur ist nur zum Teil vorhanden. Außerdem liegen meine Edelsteininseln vor der südlichen Halbinsel. Vielleicht sollte es möglich sein, diesen Weg einzuschlagen.Mit einem Speedboot ging es am frühen Morgen von Ternate nach Sofifi auf Halmahera.

Warten auf die Abfahrt des Speedboots

Mit Speed in Richtung Halmahera

Ich hatte auf den Bandas jemanden kennengelernt, der mir ein Gästehaus im Norden empfohlen hatte. So hieß es erst mal in den Norden zu reisen. Ich musste mich aber erst mal in Geduld üben. Es gibt hier an dem einzigen „Busterminal“ nur Sammeltaxis. Aber natürlich fahren diese erst, wenn sie genug Passagiere gefunden haben. Nach ein paar Stunden mit lustigen Gesprächen, hier sollte ich immer im Mittelpunkt stehen, war dann doch irgendwann mein Taxi voll.

Lecker Nudelsuppe

Die Fahrt sollte über eine fantastische neue Straße durch die tollste Landschaft führen. Es war teilweise eine herrliche Küstenstraße, dann ging es wieder durch eine bergige Landschaft, viele Wälder und Gewürzplantagen waren zu sehen und nur wenige kleinere Ortschaften. Nach etwa zwei Stunden stieg dann die Hälfte der Passagiere gefühlt im Nirgendwo aus. Der Platz passte sogar nicht in diese Gegend. Überall links der Straße waren große Zäune, wenn man von der Hauptstraße abbiegen wollte stand man vor mehreren Kontrollposten, es gab jede Menge Warnschilder auf Englisch die das Betreten verboten und dazu auch noch Geldautomaten. Das alles mitten in der Pampa. Was ist hier los? Nach einer Weile verstand ich es dann. Ein australisches Unternehmen betreibt hier eine Goldmine, dies hatte vor der Errichtung zu heftigen Protesten der lokalen Bevölkerung geführt.
Nach zwei weiteren Stunden sollte ich Kupa-Kupa erreichen. Ein kleines Dorf etwa 20 Kilometer vor Tobelo. Tobelo ist die einzige Stadt im christlich geprägten Norden von Halmahera. Eine nette Kleinstadt aber ohne wirkliche Sehenswürdigkeiten. Dafür ist die Inselwelt davor umso spektakulärer. Die Kupa-Kupa Beach Cottages sollten mein erstes Ziel im Norden sein, die Empfehlung des Banda-Reisenden. Ein schöner Sandstrand sollte mich hier begrüßen, auch wenn in der Nachbarschaft ein größerer Öl-Terminal steht.

Beach auf Halmahera

In dem Guest House angekommen, lernte ich als erstes die Besitzerin Ona kennen. Eine lustige Indonesierin, die nachdem wir uns kurz vorgestellt hatten sagte: Warte ich hole mal schnell meinen Mann! Dann steht der Käfersammler Lutz vor mir. Ein „älterer“ Deutscher mit dem sie diesen Platz betreibt. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet hier diesen „verrückten“ Käfersammler aus Sachsen-Anhalt zu treffen. Der Platz war toll. Ein schönes Restaurant mit Bar direkt am Strand und ein paar Bungalows. Perfekt. Ich hatte eigentlich geplant zwei Tage hier zu bleiben, aber es sollte dann doch schnell hier eine Woche vergehen. Anfangs war ich der einzige Gast, aber im Laufe der Woche kamen eine ältere Spanierin und ein Schweizer Paar dazu.
Eine Nichte von Ona war der Guide für die wenigen Touristen, die sich hierher verlaufen. Das hatte ich noch nicht in Indonesien, einen weiblichen Local-Guide namens Dewi. Mit ihr unternahm ich ein paar sehr schöne Ausflüge. Als erstes sollten wir die Insel-und Unterwasserwelt vor der Küste erkunden. Sie organisierte ein Boot von Tobelo aus. Wir nahmen uns einen ganzen Tag Zeit um einige der schönsten Inseln, Strände und Schnorchel-Spots anzulaufen.

Unterwegs in der Inselwelt

Pawole-Insel

Pawole-Insel

Der erste Stopp sollte vor Rarangane-Island sein. Ein bunter Korallenteppich lag hier vor uns. Selbst Dewi und der Bootsmensch sprangen mit ins Wasser. Die schönste Insel sollte Pawole sein. Eine kleine unbewohnte Insel mit traumhaften kleinen Stränden und einem fantastischen Korallenriff. Die Insel war von Palmen gesäumt und die Strände hatten den feinsten Sand zu bieten. Das Riff war sehr gut erhalten, obwohl in dieser Gegend sehr viel durch die Dynamit-Fischerei zerstört wurde. Wunderschöne Korallen und eine große Fischvielfalt konnte ich bestaunen. Selbst große Napoleon-Fische, Schildkröten und Riff-Haie leisteten mir Gesellschaft.

Mangroven vor Tagalaya-Island

Unterwegs im Mangroven-Dschungel

Reise durch die Unterwasserwelt der Molukken

Der Höhepunkt der Tour war die Insel Tagalaya bzw. deren Mangrovenwald. Schon die Fahrt durch das Mangrovendickicht war interessant. Aber das Schnorcheln hier sollte ein Traum sein. Das hatte ich vorher noch nie gemacht und wäre auch nicht auf die Idee gekommen. Es war wie ein riesiges Aufzuchtbecken, unzählige kleine und kleinste Fische, inmitten einer riesigen Korallenlandschaft umgeben von den Mangroven. Wir sollten dann noch ein paar Inseln und Strände anlaufen bevor es zurück nach Tobelo ging.
Eine weitere interessante Tour solle uns in den Norden von Tobelo führen. Mit dem Moped von Lutz ging es los. Wir fuhren zuerst nach Galela zum Galela-See( Dumasee). Die Fahrt führt durch herrliche Wälder, gibt Blicke frei auf den aktiven Vulkan Dukono, es geht an der malerischen Küste entlang, durch schöne Dörfer usw. In Galela machen wir eine Wanderung am See entlang.

Galela-See ( Dumasee)

Auf dem Heimweg

Kids haben Spaß im Wasser

Ein bisschen schüchtern

Dieser Landstrich ist wunderschön aber hatte auch viel zu leiden. Während der religiös motivierten Unruhen auf den Molukken um die Jahrtausendwende schlachteten sich Christen und Moslems  gegenseitig ab. Gerade in dieser Gegend im Norden von Halmahera war es besonders schlimm und viele Hunderte Menschen verloren allein hier ihr Leben. Einige abgebrannte Kirchen in den Dörfern sind stille Zeugnisse der Tragödie. Heute wirkt wieder alles sehr harmonisch und man kann sich kaum vorstellen was hier geschah. Wir besuchen ein Monument das an die vielen Toten erinnert. Dewi erzählt viel über diese traurige Vergangenheit. Später wollen wir in dieser Gegend eine Höhle erkunden, die die Japaner im Zweiten Weltkrieg nutzten. Die Anfahrt ist schwierig, da sie mitten im Wald liegt und wir lange suchen müssen, da selbst die meisten Einheimischen sie nicht kennen. Dewi hat dann aber Angst und so gehe ich alleine rein, bis mir auf halben Weg eine Schlange den Weg versperrt. Sie liegt direkt in der Mitte des Weges wie die Wächterin. Da habe ich dann auch zu viel Respekt und lasse es sein.

Schlange versperrt mir den Zugang zur Höhle

Kleine Wäscherei an den heißen Quellen

Unsere Fahrt geht weiter zu den heißen Quellen von Mamuya und später machen wir am schönen Beach von Luari einen Halt. Auf dem Rückweg darf ich dann nicht mehr fahren, weil ich für Dewi zu langsam bin. Dabei will ich doch einfach nur die schöne Gegend genießen. Sie fährt wie eine Verrückte und ich bin froh wieder im Gästehaus zu sitzen.

Beim Fischen vor meiner Hütte

Lecker Abendessen

Die nächsten Tage unternehme ich mit dem Moped noch einige kleinere Touren in der Umgebung. Außerdem habe ich im Dorf eine kleine Bar entdeckt und schließe dort viele Freundschaften. Der lokale Schnaps, den sie hier brennen, ist mit das Beste was Indonesien zu bieten hat. Ich sollte mich mit ein paar Flaschen bei meiner Abreise eindecken. Alkohol ist in an den meisten Plätzen der Nordmolukken nur schwer zu bekommen, da die meisten Regionen islamisch geprägt sind. Ich verbringe auch viel Zeit mit Lutz dem Käfersammler. Er hat viel Interessantes zu erzählen, eine tolle Käfersammlung und ist ein Hobbygärtner. Sein Garten ist ein echter Traum, unzählige Orchideen, Kakteen, Palmen und überall die schönsten Blumen. Er trinkt auch gerne etwas und so verbringen wir viele Stunden in seiner Bar am Beach.

Überall schöne Blumen im Garten von Lutz

Der Untergrund ist nicht gut für seine Tarnung

Der Garten ist voller Orchideen

Der Beach vor der Haustür ist auch nicht zu verachten. Gut zum Schwimmen und es gibt auch Unterwasser einiges, wie die scheinbar tanzenden Feuerfische, zu entdecken. Leider sind die meisten Korallen hier wie so oft zerbombt. Nur direkt im Hafen des Öl-Terminals sind diese gut erhalten, da man hier nie mit Dynamit gefischt hat.

Reise durch die Unterwasserwelt der Molukken

Eines Tages sollte ich mich dann aber doch weiter bewegen. Es ging mit einem Sammeltaxi zurück nach Sofifi um endlich den Bacan-Inseln meinem ursprünglichem Ziel näher zu kommen. Davon und mehr beim nächsten Mal.

Sunset